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BVSK-Honorarbefragung ist geeignete Schätzgrundlage

#517 von Sachverständiger
BVSK-Honorarbefragung ist geeignete Schätzgrundlage wurde erstellt von Sachverständiger
AG Hanau, Urteil vom 01.04.2019, AZ: 33 C 347/18

Hintergrund
Die Parteien streiten um restliches Sachverständigenhonorar. Der Kläger klagt aus abgetretenem Recht. Die Haftung der beklagten Haftpflichtversicherung steht dem Grunde nach außer Streit. Streitig sind allein restliche Sachverständigenkosten in Höhe von 67,14 €.

Bei einem Verkehrsunfall wurde das Fahrzeug des Geschädigten beschädigt. Für die Begutachtung stellte der Kläger dem Geschädigten insgesamt 540,14 € in Rechnung. Die Beklagte regulierte lediglich 473,00 €- Die Differenz bildet die Klageforderung.

Aussage
Die Klage ist vollumfänglich begründet, der Kläger ist aktivlegitimiert.

Gibt ein Geschädigter eines Verkehrsunfalls ein Sachverständigengutachten in Auftrag, um die Höhe des Sachschadens zu ermitteln, kann er die Erstattung dieser Kosten vom Schädiger insoweit ersetzt verlangen, als dass diese Kosten zur Ermittlung erforderlich waren.

Erforderlich sind dabei diejenigen Aufwendungen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten machen würde.

Die in der Rechnung ausgewiesene Vergütung des Sachverständigen ist erforderlich. Eine Preisabrede zwischen dem Sachverständigen und dem Geschädigten liegt nicht vor. Zur Bemessung der üblichen Vergütung kann im Rahmen der richterlichen Schätzung auf die BVSK-Honorarbefragung 2015 zurückgegriffen werden.

„Die in der Rechnung vom 05.01.2018 ausgewiesene Vergütung ist in diesem Sinne üblich. Das abgerechnete Grundhonorar überschreitet nicht den Maximalwert des maßgeblichen Honorarkorridors. Die abgerechneten Nebenkosten entsprechen ebenfalls den in der BVSK- Befragung 2015 vorgegebenen Kosten. Zwar stammt die Rechnung aus dem Jahr 2018. Die Werte der aktuellen BVSK-Befragung 2018 sind jedoch hinsichtlich der Nebenkosten identisch und hinsichtlich des Grundhonorars sogar höher.

Damit fallen die geltend gemachten Kosten in Höhe von 540,14 Euro nicht aus dem Rahmen des für die Behebung des Schadens erforderlichen Geldbetrags nach § 249 Abs. 2 Satz 1 BGB. Unter Berücksichtigung der Teilzahlung der Beklagten in Höhe von 473,- Euro verbleibt eine Restforderung in Höhe von 67,14 Euro.“


Praxis
Auch das AG Hanau ermittelt die erforderlichen Sachverständigenkosten anhand der BVSK-Honorarbefragung.

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