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Sachverständigenhonorar bei subjektiver Schadenbetrachtung

#622 von Sachverständiger
AG Bonn, Urteil vom 17.10.2019, AZ: 106 C 251/19

Hintergrund:
In diesem Verfahren hatte das AG Bonn über das restliche Sachverständigenhonorar zu entscheiden. Im vorliegenden Fall klagt das Sachverständigenbüro aus abgetretenem Recht gegen die Haftpflichtversicherung des Schädigers auf Zahlung restlicher 58,46 €.

Aussage:
Der Kläger hat Anspruch auf die Erstattung restlichen Sachverständigenhonorars.

Das AG Bonn stellt zunächst fest, dass der Kläger anspruchsberechtigt ist. Der Geschädigte hat seinen Anspruch wirksam an des Sachverständigenbüro abgetreten. Somit ist es Inhaber der Forderung.

Sachverständigenkosten gehören im Rahmen des Schadenersatzanspruchs gemäß § 249 BGB zu denjenigen Kosten, welche mit dem Schaden direkt verbunden sind. Der Schädiger hat diese dem Geschädigten zu ersetzen, wenn die Kosten erforderlich sind.

In diesem Fall wurde eine Preisabrede getroffen, sodass die Rechnung des Sachverständigen keine Indizwirkung entfalten kann.

„Dennoch folgt die Höhe der Sachverständigenkosten vorliegend insofern aus einer subjektsbezogenen Schadensbetrachtung, als dass der Geschädigte mit der Kläger in eine ausdrückliche Vergütungsvereinbarung getroffen hat.“

Als Geschädigter eines Verkehrsunfalls durfte er wirtschaftlich und vernünftig denkend diese Verbindlichkeit eingehen. Es schlagen sich in diesem Fall dann eben die beschränkten Erkenntnismöglichkeiten des Geschädigten in der Vereinbarung über die Schadenhöhe und nicht über das Honorar nieder. Hinsichtlich der Honorarhöhe auf Basis der BVSK- Honorarbefragung musste der Geschädigte auch keinen Argwohn entwickeln, weshalb den Geschädigten auch kein Auswahlverschulden vorzuwerfen ist.

Auch die Abrechnung der Nebenkosten ist richterlich nicht zu beanstanden gewesen. Sie wurden in Anlehnung an die BVSK Honorarbefragung sowie dem JVEG berechnet.

Praxis:
Die subjektsbezogene Schadenbetrachtung ist auch ohne beglichene Sachverständigenrechnung des Geschädigten einschlägig. Treffen Geschädigter und Sachverständiger eine Preisabrede, so wird auch hier der subjektive Empfängerhorizont des Geschädigten bewertet werden müssen. Es ist wiederum darauf abzustellen, ob ein verständiger, wirtschaftlich denkender Laie diese Verbindlichkeit hätte eingehen dürfen. Das AG Bonn hat diese Frage hier bejaht.

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  • Sachverständiger
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