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Kosten für Probefahrt und Verbringung sind zu erstatten

#654 von Sachverständiger
Kosten für Probefahrt und Verbringung sind zu erstatten wurde erstellt von Sachverständiger
AG Holzminden, Urteil vom 03.05.2019, AZ: 14 C 4/19

Hintergrund
Die Parteien streiten um weiteren Schadenersatz nach einem Verkehrsunfall. Im Streit stehen dabei insbesondere die Kosten für eine Probefahrt sowie Verbringungskosten.

Aussage
Der Kläger kann zunächst die Kosten für die in Rechnung gestellte Probefahrt ersetzt verlangen. Die Erforderlichkeit einer Probefahrt nach einer Karosseriereparatur ist ohne Weiteres nachvollziehbar. Mit der Probefahrt erfüllt der ausführende Reparaturbetrieb seine Sorgfaltspflicht gegenüber dem Kunden und stellt sicher, dass das Fahrzeug geprüft an den Kunden übergeben wird. Aus Sicht des Gerichts bestehen auch keine begründeten Zweifel daran, dass auch eine Probefahrt durchgeführt wurde. Das einfache Bestreiten der Beklagten reicht insofern nicht aus.

Der Kläger kann auch die restlichen Verbringungskosten ersetzt verlangen. Die Erforderlichkeit dieser Kosten ergibt sich ausdrücklich aus dem von dem Kläger eingeholten Privatgutachten. Weitergehend sind Verbringungskosten auch allgemein üblich.

Die Beklagte muss zudem auch die Kosten für die ergänzende Stellungnahme des Sachverständigen erstatten, auch dieser Schaden ist im Rahmen des § 249 BGB ersatzfähig. Die Beklagte hat die Entstehung der Kosten auch selbst veranlasst, indem sie die Klägerin ausdrücklich aufforderte, eine Überprüfung der Reparaturrechnung vornehmen zu lassen. Die Prüfung selbst konnte von der Klägerin nur mithilfe eines Fachmanns durchgeführt werden.

Praxis
Auch das AG Holzminden bestätigt, dass tatsächlich angefallene Kosten einer Probefahrt, welche sich nachvollziehbar und kausal auf den streitgegenständlichen Unfall beziehen, vollumfänglich vom Schädiger zu erstatten sind, ebenso wie die Verbringungskosten, deren Erforderlichkeit sich bereits aus dem zur Schadenfeststellung eingeholten Gutachten ergibt. Auch die Kosten einer ergänzenden Stellungnahme des Sachverständigen sind durch die unfallgegnerische Haftpflichtversicherung zu ersetzen.

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  • Sachverständiger
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